Teil 1 Einführung

Vorwort von Dr. Albert Schmid

Geleitwort von Reihard Kardinal Marx

Grußwort von Alois Glück

Benutzungshinweise

Teil 2 Grundlagen

Die Texte finden Sie in der Druckausgabe des "Handbuch Pfarrgemeinderat"

Vom Leib des Christus bis zum Hauswesen Gottes

Von Prof. Dr. Sabine Bierberstein

Der Pfarrgemeinderat in Konzil und Synode

Von Prof. Dr. Peter Neuner

Verschiedene Kirchenbilder prägen die Gegenwart

Von Prof. Dr. Sabine Demel

Kirchenrechtliche Grundlagen der Pfarrgemeinderatsarbeit

Von Prof. Dr. P. Stephan Haering OSB

Der mühsame Weg der Kirche und die Chancen der Pfarrgemeinderäte

Von Prof. Dr. Rainer Bucher

Lokal, lustvoll, lebensnah

Von Dr. Bernhard Spielberg

Teil 3 Stichworte

Die Seitenzahlangaben beziehen sich auf die Druckausgabe

Ablaufplan   82
Abstimmung   82
Amt   83
Amtsblatt   84
Amtszeit   84
Anerkennungs- und Dankkultur   85
Anfang und Abschied   85
Anhörungspflicht   88
Antrag   89
Arbeitswelt   90
Auswertung   92
Berufung   93
Beschluss   95
Besinnungswochenende   95
Besuchsdienst   96
Blog   97
Bücherei   98
Caritas und Gemeinde   100
Caritassammlung   102
Christliche Sozialethik/Soziallehre   102
Dank   104
Dekanatsrat   104
Dialog   105
Diözesanpastoralrat   106
Diözesanrat   106
Ehrenamt   107
Eine Welt   109
Eine-Welt-Arbeit konkret   111
Einkauf in der Pfarrgemeinde   112
Erwachsenenbildung   114
Fahrtkosten   116
Fairer Handel   116
Familie   118
Finanzen   119
Fortbildung   120
Frauenförderung   120
Friedensarbeit   122
Fundraising   123
Geistliches Wort   124
GEMA und andere Verwertungsgesellschaften   126
Gemeinde creativ   127
Gemeindeanalyse   128
Gemeindeberatung und Organisationsentwicklung   129
Gemeindeverbund   131
Generationensolidarität   131
Geschäftsordnung   133
Gesellschaftspolitischer Auftrag   133
Gesprächsführung   133
Gesprächsregeln   135
Gremienspiritualität   138
Grundfunktionen der Kirche   139
Grundkurs Gemeindlichen Glaubens   140
Gruppendynamik   141
Gruppenprozesse verstehen   143
Hildesheimer Modell   144
Hilfswerke   147
Homepage   149
Hospiz, Hospizarbeit   150
Internet   151
Interreligiöse Praxis   152
Interreligiöser Dialog   153
Jahresplanung   155
Jugend   156
Katholische Aktion   157
Katholikenrat   159
Katholikentage   159
Kindergarten   161
Kirchenkonzert   163
Kirchenmusik   163
Klausurtage oder –wochenenden   166
Kommune   168
Konflikte   169
Kooperationspartner   171
Laie   171
Laienapostolat   172
Laienengagement als kirchliches Handeln   173
Laienvertretung   176
Landesarbeitsgemeinschaft der Diözesanräte in Nordrhein-Westfalen   176
Landeskatholikenausschuss in Niedersachsen   177
Landeskomitee der Katholiken in Bayern   180
Lebensschutz   183
Leitung   184
Liturgie   185
Macht   187
Männerförderung/-arbeit   188
Milieus   189
Mitarbeitende gewinnen   189
Moderation   191
Motivation   191
Mystik   191
Neues Geistliches Lied   192
Neuzugezogene   193
Öffentlichkeitsarbeit   195
Ökumene   195
Ökumenisch handeln   197
Pastoralkonzept   198
Pfarrbrief / Gottesdienstanzeiger   200
Pfarrbriefservice   201
Pfarrbüro   201
Pfarreiengemeinschaft   202
Pfarrfest   202
Pfarrgemeinderatssitzung   204
Pfarrverbandsrat   205
Politik   208
Politisches Engagement   209
Pressemitteilung   211
Protokoll   212
Rollenidentität   213
Sachausschüsse   215
Salz in der Gruppe   217
Satzung   218
Schöpfungsverantwortung   220
Schule   221
Schulung   223
Schutz des Sonntags   223
Seelsorgeeinheit   224
Seniorenpastoral, Grundlagen   224
Sitzungsleitung   226
Social Media   228
Soziale Netzwerke   229
Soziallehre   230
Spiritualität   231
Sport   232
Strukturen der Seelsorge   233
Tagesordnung   234
Urheberrecht   234
Verbände   237
Vernetzung   238
Versicherung   240
Vetorecht   240
Vorsitzende   241
Vorstand   243
Wahl   243
Waschzettel   244
Weltanschaulicher Dialog   245
Zentralkomitee der deutschen Katholiken   246
Zielfindung   248
Zustimmung   248
 
Literatur   250
 
Autorenverzeichnis   254

Neue Stichworte

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Reisen

Viele Pfarreien planen jedes Jahr als Teil des Gemeindelebens Wallfahrten oder Pfarrausflüge, oft als mehrtägige Reisen. Diese werden vom Pfarrer selbst oder einem Mitglied der Pfarrei organisiert, durch Aushänge oder im Pfarrbrief veröffentlicht, teilweise nur mit wenigen Informationen die Reise selbst betreffend, den voraussichtlichen Preisen, ohne Leistungsumfang und allgemeine Geschäftsbedingungen. Fast allen Organisatoren ist hierbei nicht bewusst, welche hohen finanziellen Risiken sie sowohl wirtschaftlich als auch rechtlich dabei eingehen.

Die Pauschalreise
Sobald für eine Gruppe eine Reise organisiert wird, die zwei verschiedene wesentliche Reiseleistungen enthält, handelt es sich rechtlich um eine Pauschalreise. Dies kann etwa eine Busreise mit Übernachtung sein, eine Flugreise mit einer Kreuzfahrt, aber auch eine Bootstour mit Campingaufenthalt. Wird von einer Pfarrei oder einem Verband mehr als einmal pro Jahr eine derartige Reise angeboten, so gilt diese Organisation als Reiseveranstalter. Das Deutsche Reiserecht sieht hierfür dann umfassende Regeln vor, die dabei aber oft nicht beachtet werden.

Veranstalterhaftpflicht
Ein wichtiger Punkt ist die Haftung: Wird die Reise von einem Reiseunternehmen organisiert, so haftet dieses für Personen- und Vermögensschäden. Wird die Reise aber privat organisiert, haftet der Organisator mit seinem Privatvermögen. Solange alles „gut“ geht, stellt dies kein Problem dar, aber im Falle eines größeren Schadens kann dies sehr schnell zum persönlichen Ruin führen. Die Ordinariate oder Verbände übernehmen hierfür keinerlei Haftung. Wenn beim Ablauf der Fahrt jemand im Bus stürzen sollte, ist die erste Frage, wer dafür verantwortlich ist; persönliche Ansprüche des Geschädigten lassen dann – auch bei einem sonst guten Verhältnis unter den Beteiligten – nicht auf sich warten.

Insolvenzschutz
Ein weiterer Aspekt ist der zwingend vorgeschriebene Insolvenzschutz. Reiseveranstalter haben hier eine entsprechende Versicherung und müssen an jeden Teilnehmer einen Reisepreis-Sicherungsschein ausgeben, der im Falle einer Insolvenz von Leistungsträgern wie Fluggesellschaften oder Hotels Ersatz, Erstattung und Heimreise absichert. Dieser Versicherungsschutz kann durch Privatpersonen nicht abgeschlossen werden.

Korrekte Veröffentlichung
Ferner ist auf die Reiseausschreibung zu achten. Hierbei sind genaue Regeln festgelegt. Unkorrekte Veröffentlichungen von Reisen bei Aushängen, in Pfarrbriefen oder im Internet, fehlende oder falsche Angaben werden von den Wettbewerbsverbänden sehr genau beobachtet und führen nicht selten zu anwaltlichen kostenpflichtigen Abmahnungen.

Wer heutzutage eine Reise bucht, erwartet sich schriftliche Reisebestätigungen, bargeldlose finanzielle Abwicklung und umfassende Beratung über die Reise und das Zielgebiet. Dies können Pfarreien in der Regel nicht leisten. Es ist daher dringend anzuraten, Gruppenreisen in Zusammenarbeit mit Reiseveranstaltern zu planen und durchzuführen. Diese verfügen über die passenden Kontakte zu Transportunternehmen, Hotels und Partnern im In- und Ausland, übernehmen alle rechtlich relevanten Verpflichtungen und garantieren eine reibungslose Abwicklung. Gerade dafür haben die bayerischen Diözesen auch das Bayerische Pilgerbüro in München errichtet, damit die Pfarreien oder Gruppen darauf zurückgreifen können.

Peter W. Kotschwara, Rechtsanwalt, und Jürgen Neubarth, Stellvertretender Geschäftsführer des Bayerischen Pilgerbüros

Menschen mit Behinderung in Pfarrgemeinden

Beginnen wir das Thema mit einer wahren Geschichte:

"Der Gründer der "Arche", einer christlichen Lebensgemeinschaft mit behinderten Menschen, wurde von Papst Johannes Paul II. für sein Lebenswerk geehrt. Am Ende der Feier half der Geehrte dem gehbehinderten Papst aus dem Stuhl. Er führte ihn zu seiner Gruppe, und der Papst begrüßte jeden Behinderten persönlich. Dann verabschiedete er sich. An der Tür hielt der Papst einen Moment inne, drehte sich um und rief den behinderten Menschen zu: "Führt die Kirche ins dritte Jahrtausend." (Zitiert nach Bischof Franz Kamphaus, Brief des Bischofs an die Gemeinden im Bistum Limburg zur Österlichen Bußzeit 2002)

Der evangelische Pfarrer Ulrich Bach, seit dem 23. Lebensjahr an den Rollstuhl gefesselt, sagt: "Eine Gemeinde ohne Behinderte ist eine behinderte Gemeinde".
Eine für behinderte Menschen und ihre Angehörigen offene Pfarrgemeinde muss auf allen Ebenen barrierefrei werden, sowohl ganz praktisch, was etwa Baumaßnahmen erfordern könnte, bis hin zu Grundeinstellungen und den Barrieren im Kopf. Jesus selbst, so berichtet die Heilige Schrift, hatte immer wieder mit Menschen zu tun, die in der Teilhabe am Leben eingeschränkt waren. Es ist von Blinden und Lahmen, von chronisch Kranken und von am Leben Ausgeschlossenen die Rede. Jesus zeigt aber auch den scheinbar Gesunden ihre Grenzen und Barrieren, ihre Abhängigkeit von anderen und letztlich von Gott.
Wenn eine Gemeinde über ihren Umgang mit Menschen mit Behinderung nachdenkt, sollten zwei Zielrichtungen beachtet werden:

1. Es muss um die Teilhabe-Möglichkeiten aller am Gemeindeleben gehen. Dazu gehören beispielsweise behindertengerechte Zugänge in Gemeinderäume, gegebenenfalls Induktionsschleifen für Hörgeräte, geeignete Parkplätze in Kirchen- und Gemeindezentrumsnähe oder Texte in einfacher Sprache. Dazu ist es gut, bei Planungen in Kirchenverwaltung oder Pfarrgemeinderat, Menschen mit entsprechender Behinderung auch anzuhören.

2. Es muss überlegt werden, welche diakonischen Angebote nötig sind. Das können geeignete Räume für eine Angehörigengruppe, ein Kurs für pflegende Angehörige, ein Fahrdienst für Gehbehinderte zu Gottesdiensten und Veranstaltungen, der Kontakt zu den professionellen Einrichtungen der Caritas oder anderer Träger der Behindertenhilfe in der Pfarrei sein.

Vor all diesen Maßnahmen muss in den Pfarreien ein Klima geschaffen werden, in dem Menschen mit Handicap willkommen sind. Es kann eine Herausforderung sein, den Gottesdienst gemeinsam mit Mehrfachbehinderten zu begehen. Es kann Geduld erfordern oder einfach nur Offenheit und Phantasie, behinderte Menschen auch aktiv in Dienste und Ehrenämter einzubinden. Der Umgang mit Behinderten ist oft ungewohnt und verunsichert Menschen. Hilfen dazu bieten auch die Behindertenseelsorger an, die es in fast allen deutschen Diözesen gibt. Sie sind ausgebildet in der pastoralen Arbeit beispielsweise mit Gehörlosen, Blinden oder geistig behinderten Menschen und deren Angehörigen.

Links zum Thema:

www.arche-deutschland.de

http://www.zdk.de/veroeffentlichungen/pressemeldungen/detail/Gemeinsam-lernen-Inklusion-von-Menschen-mit-Behinderung-im-Bildungswesen-foerdern-715s/

http://www.behindertenpastoral-dbk.de/c_publikation/04_pdf/behinderung_und_pastoral18.pdf

http://www.kohlhammer.de/wms/instances/KOB/appDE/Paedagogik/Heil-und-Sonderpaedagogik/Inklusive-Kirche

Liste der Behindertenseelsorge als Ansprechpartner für Pfarrgemeinderäte in den Bistümern: http://www.behindertenpastoral-dbk.de/

Eine Checkliste und eine Handreichung mit konkreten, praktischen Hinweisen zum Thema "Menschen mit Behinderung in Pfarrgemeinden" unter "Materialien".

Thomas Jablowsky, ehem. Referent beim Landeskomitee der Katholiken in Bayern

Effectuation – erfolgreich Arbeiten in Zeiten von Ungewissheit

Kirche ist im Wandel. In diesen aktuellen Umstrukturierungsprozessen ist es schwierig, langfristig Ziele zu formulieren, da Rahmenbedingungen noch nicht geklärt sind, sich vieles verändert und durch neue Situationen in den Seelsorgeeinheiten ein konkreter Weg in die Zukunft noch nicht deutlich ist. Jedoch steckt gerade in diesen Umbruchsituationen die Chance, Neues auszuprobieren, Experimente zu wagen und so Erfahrungen für die Kirche der Zukunft zu sammeln. Dort, wo die Zukunft ungewiss ist, die Ziele verhandelbar sind und die Umwelt gestaltbar ist, ist das ideale Feld für Effectuation: Der Weg von „A“ (dem Hier und Jetzt) in ein spannendes, unbekanntes Land „X“, in dem niemand bisher war. Effectuation zeigt Ihnen, wie Sie ins Handeln kommen und Unterstützer und Mitstreiter finden.

Ihre Situation

Zukunft ist ungewiss - die Pfarrei steht vor einer völlig neuen Situation, die bisherigen Erfahrungen sind nicht auf die Zukunft übertragbar.

Verhandelbare Ziele - es gibt keine Ziele, die vorgegeben sind; es gibt die eine oder andere attraktive, innovative Idee und Vorstellung, was man tun könnte.

Gestaltbare Umwelt - die Möglichkeiten, etwas gestalten zu können oder Ideen umzusetzen, sind abhängig von den örtlichen Gegebenheiten, den Mitteln und personellen Ressourcen, die zur Verfügung stehen; sie können sich verändern und vergrößern durch das Reden mit anderen über die Idee oder das Vorhaben (Gewinnung von Mitstreitern und Mittel).

Prinzip der Mittelorientierung
Den Ausgangspunkt bilden die eigenen verfügbaren Mittel und Handlungsalternativen im Hier und Jetzt:

  1. Vergewissern Sie sich, was Ihnen zur Verfügung steht: persönliche Erfahrungen, Fähigkeiten und Netzwerke
  2. Überlegen Sie sich auf Grundlage dieser Mittel, was Sie damit tun können und wollen – nehmen Sie konkrete Ideen in den Blick
  3. Reden Sie mit anderen Menschen über die Idee und Ihre vorhandenen Ressourcen. Menschen, die sich für Ihre Idee begeistern lassen, stellen neue Mittel zur Verfügung oder entwickeln die Idee weiter. Dadurch entstehen konkrete Ziele oder Teilziele.
  4. Mit den getroffenen „Vereinbarungen“ stehen Ihnen neue Mittel oder Ziele für die Umsetzung der Idee zur Verfügung.



Ein Beispiel aus dem Alltag kann das Prinzip verdeutlichen:
Ich schaue in den Kühlschrank und finde dort Eier, Speck und Kartoffeln. Ich überlege, was ich daraus koche. Ein Freund ruft an. Ich lade ihn spontan zum Essen ein. Er bringt Käse und Wein mit, was er eben bei sich im Kühlschrank hat. Mit seinen und meinen Zutaten haben wir mehr Möglichkeiten der Zubereitung (neue Mittel). Da er jedoch keinen geschmolzenen Käse mag, essen wir den Käse so dazu (neues Ziel).

Prinzip des leistbaren Verlusts
Orientieren Sie Ihren Einsatz am leistbaren Verlust – nicht am erwarteten Ertrag!
Ob oder wann sich ein Erfolg einstellt und wie dieser aussieht, ist schwer vorauszusagen. Stellt man ausschließlich die Frage nach dem Erfolg, werden gute Ideen jedoch im Keim erstickt. Ihr Projekt sollte ein kalkulierbares Risiko beinhalten. Legen Sie fest, welchen Einsatz Sie sich leisten können und wollen und legen Sie bewusst den maximalen Einsatz fest.

Prinzip der Umstände und Zufälle
Nutzen Sie Umstände, Zufälle und Ungeplantes als Gelegenheiten, statt sie zu verteufeln!
Viele gute Erfindungen wurden in der Vergangenheit aus Zufällen geboren, waren ursprünglich Fehler oder gar Unfälle. Schauen Sie genau hin, wenn etwas anders läuft als es gedacht war. Neben und manchmal anstelle des angestrebten Ergebnisses können aus Projekten weitere Ergebnisse und positive Effekte entstehen.

Prinzip der Vereinbarung und Partnerschaften
Treffen Sie Vereinbarungen und bilden Sie Partnerschaften mit denen, die von Ihrer Idee begeistert sind, anstelle sich abzugrenzen und nach den „richtigen“ Partnern zu suchen!
Beteiligen Sie Ihre Partner an Ihren Überlegungen und nutzen Sie deren Erfahrungen, Fähigkeiten und Netzwerke. Im Kontakt mit Ihren Partnern können so völlig neue Aspekte zur Sprache kommen, die für Sie noch gar nicht im Blick waren. Durch Vereinbarungen werden die Ziele und Rahmenbedingungen deutlich, unter denen Ihr Vorhaben realisiert werden kann.

Dorothea Elsner
Regionalgeschäftsführerin für die Region Süd im Diözesanrat der Katholiken der Erzdiözese München und Freising

Prävention gegen sexualisierte Gewalt

Seit Bekanntwerden der Missbrauchsfälle im Jahr 2010 hat die katholische Kirche die Maßnahmen zur Prävention sexualisierter Gewalt intensiviert. Die Deutsche Bischofskonferenz fordert in ihren „Leitlinien für den Umgang mit sexuellem Missbrauch Minderjähriger und erwachsener Schutzbefohlener durch Kleriker, Ordensangehörige und andere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“ ausdrücklich: „Opfer sexuellen Missbrauchs bedürfen besonderer Aufmerksamkeit. Sie müssen vor weiterer sexueller Gewalt geschützt werden. Ihnen und ihren Angehörigen müssen bei der Aufarbeitung von Missbrauchserfahrungen Unterstützung und Begleitung angeboten werden“.

Die „Rahmenordnung Prävention gegen sexualisierte Gewalt an Minderjährigen und erwachsenen Schutzbefohlenen im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz“ legt fest, dass „die Prävention gegen sexualisierte Gewalt integraler Bestandteil der kirchlichen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen sowie erwachsenen Schutzbefohlenen“ sein muss.

Für jede Diözese gilt eine eigene Präventionsordnung, entsprechend diesen Leitlinien. Ziel von Prävention in Diözesen, Ordensgemeinschaften, kirchlichen Institutionen und Verbänden ist es, eine neue Kultur des achtsamen Miteinanders zu entwickeln. Dafür muss es transparente, nachvollziehbare, kontrollierbare und evaluierbare Strukturen und Prozesse zur Prävention sexualisierter Gewalt geben.

Dazu zählt auch die Thematisierung der Prävention gegen sexualisierte Gewalt im Vorstellungsgespräch. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter müssen, entsprechend den gesetzlichen und arbeitsrechtlichen Regelungen, ein erweitertes Führungszeugnis vorlegen sowie eine Verpflichtungserklärung unterzeichnen. Dies gilt für alle haupt- und nebenamtlich tätigen Personen im kirchlichen Dienst. Die Pflicht zur Vorlage eines erweiterten Führungszeugnisses für ehrenamtlich Tätige besteht, soweit es die gesetzlichen Regelungen des jeweiligen Bundeslandes bestimmen.

Alle in leitender Verantwortung haupt-, neben- oder ehrenamtlich tätigen Personen in der Arbeit mit Kindern, Jugendlichen oder erwachsenen Schutzbefohlenen sowie alle weiteren in diesem Bereich leitend Verantwortlichen werden zu Fragen der Prävention gegen sexualisierte Gewalt geschult. Ziele sind die Verbesserung des Wohls und des Schutzes von Kindern, Jugendlichen sowie erwachsenen Schutzbefohlenen einerseits und die Erschwerung von weiteren Straftaten andererseits.

Verhaltensweisen überprüfen
Zur umfassenden Prävention von sexualisierter Gewalt gegen Heranwachsende bedarf es neben der Aneignung von fachlichem und rechtlichem Grundwissen der Reflexion individueller Einstellungen und Verhaltensweisen, der Auseinandersetzung mit eigenen und fremden Grenzen (Nähe und Distanz) von Macht und Abhängigkeiten, der Klärung der eigenen Rolle sowie von möglichen Gefährdungsmomenten in der Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und erwachsenen Schutzbefohlenen. Schulungen zur Prävention fördern die Sensibilisierung für Gefährdungsmomente und begünstigenden Situationen. Sie verhelfen zu Handlungssicherheit, Fakten zu erkennen und einzuordnen, sie von Vermutungen zu trennen und bei konkretem Verdacht die Verfahrenswege zu kennen und zu nutzen.

Prävention gegen sexualisierte Gewalt ist zum „integralen Bestandteil“ der kirchlichen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen und Schutzbefohlenen geworden. Alle deutschen Bistümer verfügen über Fachstellen zur Prävention gegen sexualisierte Gewalt. Präventionsbeauftragte beraten Sie gerne in Fragen der Entwicklung von Qualitätsstandards, der Schulung und der Qualifizierung sowie der Vernetzung und Öffentlichkeitsarbeit.

Weitere Informationen:
Namen und Adressen der Ansprechpartner in Ihrer Diözese entnehmen Sie bitte der Internetseite Ihres jeweiligen Bistums. Die Leitlinien und Rahmenordnung der Bischofskonferenz sind veröffentlicht als Arbeitshilfe Nummer 246 und im Sekretariat der Bischofskonferenz als Druckausgabe zu bestellen, oder im Internet abrufbar unter www.dbk.de.

Dagmar Fasel, Präventionsbeauftragte im Bistum Würzburg